Unverpackt leicht gemacht! Einkaufen ohne Verpackungsmüll


Lesedauer: 15 Minuten

Müslikartons, Orangennetze und Joghurtbecher – Das Kaufen, Öffnen und Wegwerfen von Produktverpackungen ist mittlerweile eine tägliche Routine, die in unseren privaten Haushalten herrscht. Es ist für uns selbstverständlich so geworden, weshalb wir das Verpacken von Produkten auch kaum noch hinterfragen. Eine Entwicklung, die sich vor allem in den Müllstatistiken offenbart: Deutschlands Titel als „Recyclingweltmeister“ sollte man bei der gegenwärtigen Faktenlage kritisch betrachten. Mit durchschnittlich! 220kg Verpackungsmüll pro Kopf (Statistik Umweltbundesamt Jahr 2016) sind wir in Europa vielmehr auf dem Spitzenplatz als größter Verpackungsmüllproduzent gelandet.

Special: Plastik

Der‚Plastikatlas‘ 2019 spricht hierbei von allein 38kg Plastik-Müll, der von einer einzigen Person pro Jahr verursacht wird. Einen enormen Anteil haben dabei Einwegprodukte und Verpackungen. Doch was geschieht eigentlich mit den Plastikprodukten nach der Entsorgung in der gelben Tonne?

Plastikexporte aus Deutschland (Klicke hier zum Ausklappen)

Eines der Hauptprobleme des Recyclingkreislaufs stellt die z.T. unkontollierte Entsorgung des Mülls dar, welcher letztlich Boden und Gewässer verschmutzt. Von Deutschland wurden z.B. in 2016 rund 11% des Plastikmülls ins Ausland zur „kontollierten Verwertung“ exportiert. Jener Plastikmüll erscheint in der jährlichen Müllstatistik als Anteil in der Recyclingquote. Die Realität zeichnet jedoch andere Bilder. Große Mengen des exportierten Plastikmülls landet unkontolliert auf illegalen Mülldeponien im Ausland (Beweisfunde gab es beispielsweise in China und Malaysia). Diese verbleiben dort über Jahre aufgeschüttet liegen oder werden einfach in Gewässer entsorgt. Schätzungsweise werden pro Minute eine LKW-Ladung Plastikabfälle ins Meer geleitet.

Wie funktioniert Kunststoff-Recycling? (Klicke hier zum Ausklappen)

Kunstoffe sind nicht endlos recycelbar: Materialien wie PET (z.B. Getränkeflaschen werden zu 95% recycelt) können noch vergleichsweise gut als sogenanntes „Rezyklat“ – also zurückgewonnenes Granulat – in die Herstellung neuer Verpackungen eingebracht werden. Die Verwendung von Rezyklat in neuen Kunststoffen wird auch als Downcycling bezeichnet. Das bedeutet, die Produkteigenschaften vermindern sich im Bezug auf Haltbarkeit, Beständigkeit und Handhabung immer stärker, je häufiger ein Kunststoff wiederverwendet wird. Zudem enthalten Kunstoffe immer Zuschlagsstoffe und Additive, die die Haptik und die Performance des Endproduktes verbessern sollen. Am meisten findet man diese Zusätze in dünnwandigen, leichten Verpackungen, welche jedoch durch den hohen Materialmix im Allgemeinen in der Müllverbrennung landen.

Von den Abfällen werden laut statistischem Bundesamt ca. 46% recycelt (Quelle: BMU). Recycling bedeutet hierbei die Herstellung von sogenanntem Rezyklat, welcher als Rohstoff für die Herstellung neuer Verpackungen dient. Nicht alle Kunststoffe lassen sich hierbei gleich gut recyceln. Vor allem Leichtverpackungen, Einwegverpackungen und Mischkunststoffe werden in den Sortierungsanlagen einer thermischen Verwertung – das heißt Verbrennung – zugeführt. Die Energie wird in das öffentliche Strometz eingespeist. Die dabei enstehenden Treibhausgase teilen wir sogar über die Grenzen unseres Landes mit der ganzen Welt.

Was ist Mikroplastik? (Klicke hier zum Ausklappen)

Kunstoffe (ausgenommen separat gekennzeichnete Biokunstoffe) sind nicht biologisch abbaubar.
Sie zerfallen auch nach Jahrzehnten lediglich in immer kleinere Bestandteile – bis hin zu sogenanntem Mikroplastik – die in der Umwelt verbleiben und schließlich vom Boden und von lebenden Organismen aufgenommen werden. Weitaus schwieriger ist die Einschätzung der langfristigen Folgen von Mikroplastik, die sich mittlerweile sowohl in der Luft als auch im Wasser und im Boden befinden.

Kunststoff ist ein besonders langlebiger und leichter Hochleistungswerkstoff, der besonders gute Verarbeitungseigenschaften aufweist. Wir stellen uns die Frage: Wieso wird dieser Werkstoff für Einwegprodukte und Wegwerfartikel verwendet?

Der Verpackungsmüll steigt – Doch gibt es Alternativen?

Wobei Plastik das wohl zur Zeit am meisten diskutierte Thema ist, lässt sich diese Grundproblematik auch auf andere Verpackungsmaterialen ausweiten. Es gibt eine Vielzahl an unterschiedlichen Materialarten, die uns bei unserem alltäglichen Einkauf begegnen. Sie bestehen neben dem Rohstoff Plastik auch aus Glas, Aluminium, Papier oder auch Verbundwerkstoffen. Jede dieser Verpackungsarten hat meist zum Ziel die Produkte vor Beschädigung zu schützen oder auch die Haltbarkeit erheblich verlängern.

Doch die enorme Verpackung ist nicht immer notwendig und wird oftmals eher zu Vermarktungszwecken von Herstellern eingesetzt. Der Verpackungsinhalt spielt hierbei eine untergeordnete Rolle. Dieser kommerzielle Fokus auf Lebensmittel und Konsumgüter des alltäglichen Lebens – welches eher das Äußere, das Design der Verpackung oder den Preis in den Vordergrund stellt – ist jedoch in den letzten Jahren auch vermehrt auf Kritik gestoßen. Dies hat zu einem Umdenken vieler Menschen und damit auch zu neuen Laden-Konzepten geführt. (-> Konzepte, die es so eigentlich auch früher schon einmal gab!)

Eines dieser neuen Konzepte ist der UNVERPACKT-Laden. Der ein oder andere von Euch hat sich vielleicht schon einmal damit beschäftigt oder hat davon gehört. Doch wie funktioniert das Einkaufen in einem Unverpackt-Laden und welche Produkte kann man dort bekommen? Da auch wir vor einigen Wochen in Sydney zum ersten Mal in einem solchen ‚Bulk-Store‘ waren und uns zuvor die gleichen Fragen gestellt haben, möchten wir euch an dieser Stelle gern von unseren Erfahrungen berichten und ein paar praktische Tipps an Euch weitergeben.

Bulk-Store in Sydney (Glebe)

Unverpackt Laden – Die neuen Tante-Emma-Läden?

Paradigmenwechsel oder Zeitumkehr?
Die Bewegung zu einer erheblichen Reduzierung des Verpackungsmülls in der Gesellschaft erinnert doch sehr an die ehemaligen „Tante-Emma-Läden“, oder? Viele Menschen haben wieder damit angefangen sich mehr mit den Inhalten von Produkten anstelle der äußeren Haut zu beschäftigen. Die Idee regionale kleinere Läden zu eröffnen, die Produkte aus der Umgebung und von Kleinbetrieben anbieten, setzt sich zunehmend durch. Immer mehr Unverpackt-Läden eröffnen mitterweile in den größeren aber auch in kleineren Städten, die oft durch Crowdfunding finanziert worden sind. Sie bieten vor allem Getreide, saisonales Obst und Gemüse, Fleisch- und Wurstwaren, Milchprodukte, Gewürze, Tees oder Backwaren an. Genauso gibt es häufig Produkte des alltäglichen Lebens zu kaufen. Die regionalen und saisonalen Lebensmittel schmecken meist nicht nur viel besser, sie stärken auch gleichzeitig die Infrastruktur der Innenstädte und Dörfer, die durch solche kleinen Läden wieder bereichert und belebt werden.

Einige Produkte sind schwieriger als andere unverpackt bereitzustellen. Es haben sich jedoch einige Ladeninhaber zur Aufgabe gemacht genau dieses Angebot wieder zu erweitern und uns als Kunden die Möglichkeit zu bieten, all unsere Lebensmittel entsprechend unseres persönlichen Bedarfs zu kaufen. Die Produkte werden meist in großen Mengen in den Läden angeliefert und dort in Selbstbedienungs-Behältnisse umgefüllt. Der Kunde kann sich dann die Menge nach Bedarf abfüllen und ist nicht an feste Verpackungsgrößen gebunden. In Deutschland landen ca. 13 Millionen Tonnen (!) Lebensmittel pro Jahr ungenutzt im Müll. Ein bewusstes und bedarfsgerechtes Einkaufen könnte auch diesem Problem entgegen wirken.

Trockenfrüchteauswahl im Bulk Store Sydney

In den meisten Läden wird zudem auf die Transportwege geachtet, sodass die Lieferanten nur kurze Wegstrecken zur Anlieferung zurücklegen müssen und dadurch auch die verderblichen Güter immer frisch bereitgestellt werden. Regionale und saisonale Produkte haben nicht nur einen geschmacklichen Vorteil, sie weisen ebenso in den meisten Fällen einen sehr kleinen CO2 Fußabdruck (durch kurze Lagerzeiten und Transportwege) auf. Ein weiterer Bonus der Nähe zum Erzeuger ist, dass man sich auch bei den Inhabern über die Waren detailliert informieren kann und die Produktionsbedingungen oft durch Erfragen erfährt. Jeder Käufer unterstützt damit nicht nur den Produzenten, sondern auch die Wirtschaft der Region.

Nicht alle Waren können immer regional, ökologisch und saisonal angebaut werden. Die meisten Unverpackt Läden bieten auch zusätzlich importierte Produkte an. Der Vorteil von Unverpackt-Läden entsteht hier auch wieder durch die ‚Economies of Scale‘ – den Mengeneffekten, die abgenommen werden. Je größer die einmalig transportierten Stückzahlen und Volumen sind, desto geringer sind die Umweltauswirkungen, die durch das einzelne Produkt verursacht werden.

Hier ist ein Link, wo du eine Übersichtskarte zu allen Unverpackt-Läden in Deutschland findest.

Wie funktioniert der ‚Unverpackt‘-Laden Einkauf?

Grundsatz: Du bringst wiederverwendbare Behältnisse mit oder kaufst diese im Laden und du füllst dir alle Lebensmittel selbst, in der von dir gewünschten Menge, ab. Die Waren werden an der Kasse von den Mitarbeitern gewogen oder nach Stückzahl berechnet.

Schrittfolge:

  1. Tipps zur Vorbereitung:
    • Wähle Behältnisse, in denen du deine Waren aufbewahren möchtest aus z.B. Schraubgläser, Tupperdosen oder Einkaufsnetze
    • Für den ersten Einkauf bietet es sich an zunächst wenige Behältnisse mitzubringen, um sich mit dem Einkaufskonzept vertraut zu machen und sich die Zeit zu nehmen die Gegebenheiten vor Ort anzusehen.
    • Bring dir außerdem einen Einkaufskorb oder Beutel mit, worin du die Waren einpacken und transportieren kannst.
    • Wenn du spontan Lebensmittel kaufen möchtest und noch keine passenden Behälter dabei hast, kannst du in den meisten Läden auch Behältnisse, wie Gläser, Flaschen oder Papiertüten erwerben. Sie haben bereits genormte Gewichte und du kannst diese auch beim nächsten Einkauf wieder mitbringen.
  2. Behältnisse mitbringen & wiegen:
    • Die Schüttgut-Waren wie Gewürze, Zucker oder Getreide werden meist nach Gewicht verkauft, daher musst du die Behältnisse zuerst wiegen, damit an der Kasse das Gesamtgewicht des Produktes korrekt ermittelt werden kann.
    • Du kannst deine Behälter direkt im Laden wiegen oder der Ladenbesitzer wiegt sie für dich. Das Gewicht wird auf dem Behälter notiert.
    • Flüssige Produkte, wie Öl, Essig oder Waschmittel werden meist nach Volumen, manchmal auch nach Gewicht berechnet. Frag am besten im Laden bei deinem ersten Einkauf nach, wie es in diesem Laden berechnet wird. Wir haben zum Beispiel für Öle alte Schraubflaschen wiederverwendet, auf denen die Millilitermenge bereits notiert war.
    • Einkaufsnetze können auch für Obst oder Gemüse verwendet werden. Tipp: Wir haben unsere Netze aus Biobaumwolle erworben, womit man Synthesefasern und somit Plastikmüll vermeidet. Auf manchen Netzen ist außerdem bereits das Eigengewicht aufgestickt, wodurch das zusätzliche Wiegen im Laden entfällt.
  3. Produkte abfüllen:
    • Grundsätzlich suchst du dir ganz normal die Produkte aus, die du mitnehmen möchtest und füllst sie dir dann selbst ab oder lässt sie dir portionieren (beispielsweise für Käse, Wurst, Salate, Joghurt oder Gebäck etc.)
    • Bei Läden mit größeren Produktpaletten gibt es manchmal Nummern, die das Produkt spezifizieren. Du notierst den Code direkt auf deinem Behältnis und an der Kasse kann es direkt im System gefunden werden.
  4. Deine Waren werden jetzt an der Kasse gewogen und du bezahlst.

Welche Produkte gibt es Unverpackt?

Jeder Unverpackt-Laden legt sein Sortiment etwas anders fest. In den meisten Märkten findet man jedoch eine breite Palette an haltbaren und lagerfähigen Produkten wie: Getreideprodukte, Zuckerarten, Nüsse, Sämereien, Trockenfrüchte, Müsli, Süßwaren, weitere Backzutaten, Gewürze, Tees, Kaffee, Öle, Essigsorten, Haushaltreiniger, Kosmetikartikel uvm.

Viele Unverpackt-Läden bieten auch Frischwaren und Kühlprodukte an. Hier besteht das Angebot oft auch aus regionalen Produkten, die von Erzeugern aus der Umgebung stammen, wie zum Beispiel: Obst, Gemüse, Kartoffeln, Milch, Joghurt, Käse, Fleisch- und Wurstwaren, Marmelade, Honig, Senf, Ketchup oder Aufstriche. Bei einigen Produkten kann man teilweise eigene Behältnisse verwenden und z.B. die gewünschte Menge an Käseaufschnitt direkt in die eigene Box hineinlegen lassen. Manche dieser Produkte sind bereits in Gläsern abgefüllt oder eingekocht. Manchmal wird hier auch die Option zur Rücknahme der leeren Gläser angeboten. Man kann Gläser selbst gut zum Aufbewahren von Lebensmitteln oder zum Einkochen wiederverwenden.

Wurst und Käse in den eigenen Behältern transportieren:
Auch bei Käsereien oder Metzgern kann man mittlerweile die Waren auch schon z.T. in seinen eigenen Behältern mitnehmen. Aufgrund der Lebensmittelhygienestandards muss der Verkäufer hierbei beim Abwiegen des Lebensmittels ein separates Tablett verwenden. Er darf laut Gesetz die mitgebrachten Behältnisse nicht berühren, da sonst Kontaminierungsrisiken für die anderen Lebensmittel bestehen. Ob die Einkaufsläden diesen Service bereits anbieten, kann man dort direkt erfragen. Mancherorts hat es sich vielleicht noch nicht zu diesem Zeitpunkt etabliert, doch wenn das allgemeine Interesse an dieser Thematik spürbar steigt, dann kann man auch in diesen Läden durch Nachfragen ein Umdenken anstoßen und vielleicht schon bald den verpackungsfreien Einkauf ermöglichen. Denn bekanntlich gilt: Fragen kostet nichts! 🙂

Sind Unverpackt-Läden immer besser als konventionelle Supermärkte?

Es kommt drauf an! Die Wahrheit liegt auch in diesem Fall dazwischen. Während die oben genannten Vorteile von Unverpackt-Läden in der Reduzierung von Verpackungsmüll, der Unterstützung von regionalen Erzeugern und der Vorbeugung von Lebensmittelverschwendung liegen, ist es nicht die einzige Lösung, die wir haben, um unseren alltäglichen Einkauf nachhaltiger zu gestalten.

In vielen kleineren Gemeinden und Städten gibt es noch keine Unverpackt-Läden oder Wochenmärkte, die man zu Fuß, mit dem Fahrrad oder auch den öffentlichen Verkehrmitteln gut und schnell erreichen kann. Selbst in der Stadt sind manche Entfernungen zu diesen kleinen Läden sehr weit, sodass der Wocheneinkauf nur mit dem eigenen Auto in einer vertretbaren Zeit erledigt werden könnte. Der Wocheneinkauf sollte allerdings nicht nur nicht im Hinblick auf die Verpackung und die Qualität der Produkte getroffen werden, sondern auch in Abhängigkeit von den Transportwegen. Die zurückgelegten Strecken, die allgemein auf dem Weg zum Supermarkt mit dem Auto zurückgelegt werden, haben einen großen Einfluss auf die Klimabilanz. Wenn der Einkauf aufgrund der ländlichen Lage des Wohnortes beispielsweise nur mit dem eigenen Auto erledigt werden kann, bietet es sich immer, an die Fahrten möglichst sorgfältig, vorausschauend und für längere Zeiträume zu planen.

Auch neue Lieferkonzepte kann man in Betracht ziehen. Manche Bauernhöfe und Kleinbetriebe schließen sich zusammen und bieten regelmäßige Lieferdienste in Form von beispielsweise Bio-Obst-und Gemüsekisten (z.B. wöchentlich) an, die meist auch zu Wunschterminen oder bestimmten Wochentagen geliefert werden. Je mehr Menschen von diesem Angebot in einem Dorf oder auch Wohngebiet Gebrauch machen, desto größer ist die Umweltbilanz-Gesamteinsparung der Transportwege des Einzelnen und obendrein kann jeder wertvolle Wegzeiten zu Supermärkten vermeiden.

Wenn du manchmal auch die Übersicht verlierst, welches Obst und Gemüse gerade in der Saison ist, haben wir Euch hier einmal einen Saisonkalender der Verbaucherzentrale verlinkt.

Überdies gibt es mittlerweile auch die Möglichkeit in den großen Lebensmittelketten Produkte mit weniger Plastikverpackung oder sogar ganz unverpackt einzukaufen. Vor allem das Angebot an losem Obst und Gemüse ist in den letzten Jahren wieder spürbar angestiegen. Auch dortige Fleischertheken oder Käseabteilungen kann man nach dem Abfüllen der Produkte in die eigenen Behältnisse fragen. Diese nehmen Kundenwünsche manchmal auch sehr dankend entgegen oder haben bereits ein solches Verkaufskonzept etabiliert.

Gibt es eine Faustformel für nachhaltiges Einkaufen?

Jein. (Bio-)Produkte, die saisonal & regional angebaut werden und direkt aus deiner Umgebung kommen, sind meist die umweltschonendsten und leckersten Produkte, die du kaufen kannst. Kurze Transportwege erfordern in der gesamtwirtschaftlichen Lieferkette außerdem die geringsten Verpackungsaufwände, durch die das Produkt keine großen Distanzen – beschädigungsfrei – zurücklegen muss. Sei manchmal neugierig und wage ab und zu einen Blick auf die Produktverpackung. Dort sind sowohl die Inhaltsstoffe detailliert aufgeschlüsselt als auch die Herkunft der Produkte steht meist im Kleingedruckten.

Produkte, die bei den oben genannten Kriterien gut abschneiden, kannst du gern häufiger in deinen Einkaufskorb legen. Wenn du die alternativen Einkaufsmöglichkeiten in deiner Nähe kennenlernen möchtest, kannst du dich sogar einfach online darüber informieren. Unter diesem Link findest du eine interaktive Karte mit regionalen Erzeugern, Hofläden, Bauernmärkten und Biobauern aus ganz Deutschland. Dort kannst du bestimmt auch einige Anbieter ganz in deiner Nähe finden. 🙂

Überlegt gut, was in eurer Lebenssituation eine sinnvolle Entscheidung ist. Steigt nicht ins Auto und fahrt durch die halbe Stadt zu einem Unverpackt-Laden, wenn ihr zu Fuß beim Bäcker, Metzger und Supermarkt nebenan auch unverpackt und verantwortungsvoll einkaufen könnt.

Viele Leckereien gibt es manchmal sprichtwörtlich direkt auf der anderen Seite des Ufers.

Fazit

Ein nachhaltiger, umweltfreundlicher und bewusster Einkauf ist vor allem dann möglich, wenn wir unsere eigenen Verhaltensmuster hinterfragen und beginnen die Möglichkeiten, die die eigene Umgebung uns bereits bietet (manchmal auch kostenlos auf der Streuobstwiese 😉 ), wahrzunehmen und kennzulernen. Wir können unsere örtlichen Händler durch unsere Kaufentscheidungen unterstützen und einen wertvollen Beitrag für die Umwelt leisten.

Mirabellen pflücken in Dresden

Mit einer offenen Einstellung gegenüber umweltbewusstem und nachhaltigem Konsum und dem inneren Willen zur Veränderung kann jeder selbst aktiv werden. Das unverpackte Einkaufen von Lebensmitteln und Haushaltsgütern kann hierfür eine tolle Möglichkeit sein, wobei jeder Einzelne seine Müllbilanz senkt, die Region unterstützt und beim Umweltschutz hilft.

Lasst uns gemeinsam weniger nach dem Was? und Wie viel? und häufiger nach dem Wo?, Wie? und Warum? fragen, damit aus kleinen Schritten große Veränderungen werden.

Quellen: Statistiken und Zahlen stammen vom BMU, WWF und http://www.sueddeutsche.de

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